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21.03.2020 - 70km Küchentisch
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Saharamarathon, 25.02.2020, Algerien

 

*Fotos nicht auf Handy-Lesersicht Kompatibel* --> In Bearbeitung
 
"Und wenn alle anderen gehen, so könnt ihr immer unser Laufschritte weiterhin hören"
Sahara Libre
 
Sand. Endloser Sand. Ein Leben dort unvorstellbar! Und doch... dort leben wirklich Menschen. Hier ist nichts, nichts außer Sand und trostlose Hitze. Die Westsahara ist einer der unmenschlichsten Regionen der gesamten Welt. Doch dort fristen seit mehr als 40 Jahre die Sahauris im Exil. Sie sind gut gebildet, einige sprechen englisch und haben ein Studium in Algier abgelegt und hoffen auf ein besseres Leben. Doch nur wenige haben die Chance außerhalb des UN Flüchtlingslagers ein Leben aufzubauen. Ihre Hoffnung besteht irgendwann wieder in Ihr Land zurück zu kehren welches Marokko für sich beansprucht hatte. (Fischfang, Erdöl, Gas sind die Themen weshalb die Westsahara für Marokko so interessant wurde) 
 
Ich durfte bereits 2014 schon dort sein. 2020 war sehr emotional, traf ich nach 6 Jahren wieder meine Gastfamilie die mehr als nur Sahauris sind. Sie sind meine Freunde geworden. Es sind Menschen die von Freiheit träumen und Menschen die mir sehr viel bedeuten da sie einfach freundlich und nicht davon flüchten wollen. Sie wollen wieder in Ihr Land zurück welches Marokko für sich annektiert hatte. 
 
Es ist schwer den Saharamarathon nicht politisch zu begegnen. Man kann noch so sehr über das sportliche Reden doch die Vergangenheit holte uns beim Saharamarathon steht`s ein.  
 
Bereits eine Woche davor reiste ich von Wien nach Madrid und weiter nach Tindouf. Von Dort aus mussten wir erstmal 2 Stunden uns durch das Corona Virus eingeplänkerte Algerische Militär quälen. Fiebermessen, Mundschutz und Desinfektion waren angesagt. Fotos waren ausdrücklich unerwünscht. Tindouf ist eine Militärstadt und wird mit hohen Sicherheitsmaßnahmen bewacht und streng kontrolliert. 
 
Panne mit den Bus. 
 
Nach der Militär Kontrolle folgte eine 100km lange Busfahrt mit dem Konvoi nach Smara. Das UN-Flüchtlingslager Smara war auch das Ziel des legendären Saharamarathons. Smara ist eines von drei UN Flüchtlingslagern in der Westsahara. Dort lebt das Volk der Sahauris. Auf den Weg dorthin blieb der Konvoi bei unzähligen Militärstationen stehen. Passkontrolle die Zehnte. Nerven benötigt man ganz klar sonst ist man hier aufgeschmissen. 
 
Bei der Hälfte der Strecke dann ein Stopp. Eine Panne. Okay. Innen war der Bus eh auch schon ordentlich demoliert. Fenster gab es dato keine! Kartons wurden notdürftig angenagelt damit niemand aus dem Fenster hüpft :-) aber das wäre auch egal gewesen der Bus fuhr mit offenen Türen die gesamte Strecke. Abenteuer pur. :-) 

Doch nach 4 Stunden kamen wir irgendwie dann doch auch noch an. Hundemüde wurden wir von der Gastfamilie empfangen. Wie 2014 war Nasra meine Gastfamilie. Sofort erkannten wir uns. Sie hat 4 Kinder, das 5 kommt diese Woche und wird das erste Mädchen von 4 Brüdern. :-) 
 
Wie kann man sich das UN Flüchtlingslager Smara vorstellen?
 
Ich werde oft gefragt wie man sich ein Flüchtlingslager vorstellen kann. Dort stehen vorab Lehmhäuser und UN Zelte. Die Hitze ist unerträglich. Wir hatten zwischen 36 bis 40 Grad. Viel Staub, sehr viel Staub und Sand. Nasenbluten war unser ständiger Begleiter da die Nase immer schnell sich mit Staub ansammelte und die Schleimhäute stark reizte. 
 
Ein Lehmhaus reiht sich nach dem anderen. Waschraum und WC waren nur Notdürftig eingerichtet. Bilder erspare ich euch. Der Vorteil ist das Schritt für Schritt Smara an ein Wassernetzwerk angeschlossen wird um das Leben ein wenig erträglicher für die Familien zu machen. 
 
Viele Autofriedhöfe und sehr viel Müll liegt in der Wüste. Man kann auch sagen neben den Müll welches die Einheimischen Machen liegt sehr viel Müll von uns Menschen in der Wüste. 
 
Die Familie
 
 
 
Wir hatten sehr viel Spaß. Mir war es wichtig das die Kinder auch normalität erleben und einfach Kinder sein dürfen.
 
Übernachtet wurde in einem separaten Raum. Quasi eine Lehmhütte welches wie ein Wohnzimmer fungierte. Geschlafen wurde auf Matratzen in meinem Schlafsack. Ein Kopfkissen mit Wäsche habe ich mir dann notdürftig selber angefertigt. In der Nacht wurde es auch recht kühl mit 9°. Die "Toilette" war ein wenig  entfernt daher war nachts Stirnlampe und warme Umziehsachen stehts griffbereit. 
 
Wir wurden außerhalb unseres Wohnbereichs stehts bewacht. Nachts durften wir gar nicht raus gehen aufgrund das die Zeltstadt mehrere Tausende Personen beherbergt und beinahe jedes Haus gleich aussieht war ein verirren auch recht rasch möglich. 
 
Es gab ein Anhaltspunkt und dies war das Protocollo. Man kann es als Hauptzentrale nennen. Hier waren mehrere Sendemasten aus Amerika (Darüber kann jeder sich selber Gedanken machen) aufgestellt und ebenso war hier das Ziel des Saharamarathons geplant. Vor Ort gab es die einzige Möglichkeit mit richtigen "Duschen" --> Ein Gartenschlauch und sogar einer westlichen Toilette. In Afrika gibt es hauptsächlich Hocktoiletten. Vorteil dabei ist aber ganz klar das man nichts berührt. Irgendwann gewöhnt man sich auch da dran. 

Ebenso beim Protocollo waren das Race Briefing und die Pressekonferenz wo unter anderem der Veranstalter Diego aus Spanien seine gesamte Truppe eingeladen hatte um die neuesten Informationen zum Rennverlauf zu verlautbaren. 
 
Vom Haus bis zum Protocollo benötigte ich knapp 7 Minuten Gehzeit. 
 
Unsere Gastfamilie. Traditionell gab es auch immer wieder einen guten Sahaurischen Tee wo wir eingeladen wurden. 
 
Wie man auch am Bild erkennen kann war ich natürlich nicht der einzige in Algerien. Ich war zwar der einzige Össi am Start aber bei unserer Gastfamilie waren auch Deutsche mit einquartiert. Wir verstanden uns sehr schnell rasch gut. 
 
Ebenso war eine Luxemburgerin und ein Schweizer mit dabei. 
 
Der Weg zum Protocollo. 
 
Wilfried einer der Deutschen Läufer aus den Raum Bremen pflanzte 4 Olivenbäume im Garten von unserer Gastfamilie an. Langfristiges Ziel ist es eine kleine Oase zu erschaffen was natürlich leichter geschrieben ist als gedacht. Es regnet kaum in diesem Ort und wenn es mal regnet das ist es Sinnflut artig und aufgrund der Trockenheit führt es rasch zu Überflutungen da Smara in einer Senke liegt. Beim spazieren gehen bemerkt man rasch viele zerstörte Lehmhäuser aufgrund des starken Regens.
 
DER MARATHON
 
Start war um 10:00 am 25.02.2020. Wir wurden mit den Busen von Smara nach El Ayoun gebracht. Von dort aus war der Start des 42,195km Laufes. Die ersten 10 Kilometer waren recht flach. Der Start folgte und das Teilnehmerfeld begann sich zu bewegen. Vorne vorweg war das Militär und das Organisationsteam aus Spanien. Alle 5km gab es Verpflegungsstationen die ich sogar alle fand. :-)) Welch Wunder! 
 
Für die ersten 10km benötigte ich Dafür knapp 36 Minuten. Beim Start konnte ich mich rasch absetzen. Hinter mir war stehts ein Algerier und ein Spanier dicht an den Fersen. Es konnte jedoch viel passieren. Der selektive Teil begann nach 10km wo langsam aber doch der Boden von steinig auf sandig wechselte.
 
Ich lief mit den Salomon Speedcross. Im tiefen Sand half aber primär gar kein Schuh aber immerhin hatte ich bei bisschen steinigen Untergrund perfekten halt. 
 
Die Dünen wurden immer Höher und Höher und es kostete immens viel Kraft sich vom Boden wegzudrücken. Man fühlte sich so als würde man einen Schritt nach vorne und zwei nach hinten machen. Es war einfach sehr kräfte zehrend. Mir viel auch auf im Gegensatz zu meinen Start 2014 war die Wüste noch mehr Wüste geworden. Viel Sandiger und viel mehr Dünen. Was für mich eigentlich recht schön war weil eben das Wüstenfeeling etwas Mehr dabei war.
 
Ich wurde auch sehr oft gefragt ob ich mit Laufrucksack laufe aber nein. Ich hatte nur in meiner Hand eine Powerade Flasche die ich mir ab und an wieder neu anfüllte. Ich wollte keinen Rucksack weil ich mich da immer so langsam dabei fühle. Alles nur Kopfsache. :-) 
 
Nach 25km spürte ich schon die Beine. Sie fühlten sich wie Pudding an aber es ging noch. Gschaide Mukke rein. Ja, ich lief mit Musik. Mit Summer of 69 war das Saharafeeling perfekt, aber auch Born in Africa oder "Ich und mein Holz" rundeten mein illustres Laufverhalten in der Wüste a la Österreicher ab. 
 
Hin und wieder liefen uns auch Kamele vorbei. Ab und an waren ebenso auch Sahauris am Wegesrand mit ihren Fahnen und feuerten uns kräftigst an. Dies Motivierte und es ging weiter. 
 
Ich sah vorne weitere Teilnehmer.Es waren die Teilnehmer der anderen Läufe wie (21km, 15km) 
Ich überholte sie und traf einige meiner deutschen Kollegen wo unter anderem auch dieses Foto entstand bei KM 25: Andi danke!! 
 
 
 
Übelkeit und Erbrechen bei KM 32 doch routiniert weitergemacht, dass macht uns nur noch härter
 
Es ging dann recht rasch. Ich wurde langsamer und Magenkrämpfe kamen wie aus dem Nichts. Ich dachte sofort Oje, dass ist sicherlich nicht der perfekte Ort für so etwas mitten in der Wüste kein Baum, kein Busch kein gar nichts. Okay, oja ein kleines Grasbüscherl. 2cm Hoch! 
 
Eine großer Herausforderung war das dortige Essen und trinken welches für uns Europäer recht schwer zu vertragen ist. Ebenso aufgrund der vielen Keime von den Kindern, wo wir auch stark aufpassen mussten das diese nicht aus unseren gleichen Wasserflaschen trinken, um eben Durchfall und Übelkeit zu vermeiden, doch das half alles jetzt zu dieser Zeit nicht, es war zu spät. Ich musste stehen bleiben und den ersten und zweiten Ziehen lassen. 
 
 
Ich ging etwas Abseits von der Strecke und musste mich übergeben. Es folgte aber dann recht rasch die nächste Herausforderung wo eine Lösung her musste. Ich war danach vollkommen dehydriert da die gesamte Flüssigkeit draußen war. Was folgte war ein Hilferuf an das Militär welches gerade zufällig vorbeifuhr. Doch sie sahen mich nur an und blieben nicht stehen. Ich brauchte unbedingt Wasser sonst hätte ich recht rasch ein anderes ernsteres Problem und das war Dehydrierung. 
 
Die einzige Möglichkeit war bis zur nächsten Labestelle zu laufen.
 
Ich wusste nur nicht wie weit diese Weg war. Kopfschmerzen und die sengende Hitze gaben mir als Hitzeläufer unter diesen Umständen den Rest. Ich schnaufte durch und versuchte es professionell zu lösen. Kämpfen, einfach nur Kämpfen. Düne um Düne zu überwinden lautete die Devise und wenn es gar nicht ging kurz gehen aber dann verdammt noch mal weiterlaufen, nicht aufgeben, dafür sind wir Österreicher nicht gemacht. Ganz klar, wir beißen weiter. 
 
Nach einer gefüllten Ewigkeit dann auch die erste Labe. Es gab eh nur Wasser und Datteln aber das war für mich zu diesem Zeitpunkt meine Lebensrettung. Ich trank 1 Liter Wasser nach und ich fühlte mich wieder wie neu geboren. Ich bedankte mich bei den Sahauris die die Wasserstelle betreuten und versuchte mich wieder an den zweiten heran zu tasten, doch dieser war bereits mehr als 10 Minuten vor mir. Ein Ding der Unmöglichkeit doch egal, dritter Platz verteidigen. Visierung: Podestplatz.
 
Die letzten 10km gingen dann auch schon durch das Flüchtlingslager Smara. Dort war natürlich die brütende hitze die mich begrüßte. Immerhin war es schon nach 12:00. Ich überholte die Teilnehmer der kurzen Strecken und sah immer näher das Ziel zu mir kommen. Ich war mental als auch emotional schon recht durchgequetscht aber das Ziel schon stehts griffbereit. Die Moderationsdurchsagen kamen immer näher und näher und ich konnte schon das Ziel erkennen.
 
Nur noch weniger Meter und es war geschafft. 
 
 
3 Stunden 3 Minuten 19 Sekunden 
 
Platz 3
 
Im Ziel angekommen fiel ich zu Boden und küsste den Sand. Fazit: Schmeckt Lecker! 
 
Dieser Marathon war definitiv nix für Anfänger. Viele Teilnehmer mussten aufhören umso stolzer bin ich auf meine Freunde und Kollegen die ebenso grandios die Distanzen finishten. 
 

Top 10. Ergebnisse:
1. – Lehsen Sidahmed (Algerien)                       6. – Sidati Salama (Algerien)
2. – Joel Barrio (Spanien)                                    7. – Ruiz Gonzalez (Spanien)
3. – Rainer Predl (Austria)                                  8. – Ben Bostwick (England)
4. – El Buljari (Algerien)                                      9. – Jorge Matinez (Spanien)
5. – Sandro Riedo (Schweiz)                             10. – Örjahn Anhoff (Schweden)

 
Liebe Freunde, ich möchte mich im Namen aller herzlich bedanken die so fest die Daumen gedrückt haben. Ich bin überglücklich und freue mich euch demnächst mehr darüber berichten zu dürfen. Alle weiteren Informationen findet Ihr unter der offiziellen Webseite www.saharamarathon.org
 
 
Ich bitte die Rechtschreibfehler zu verzeihen, dieser Bericht ist wieder mit viel Emotionen geschrieben.
 
Weiters möchte ich auch darauf hinweisen das es ein großes Herzensprojekt von uns ist. Neben den Marathon steht die Menschlichkeit und der Zusammenhalt im Mittelpunkt. . Sportlich war es ein riesen Erfolg. Es zerreist mir das Herz doch wir werden weiterhin für diese Menschen kämpfen und sie so gut es geht unterstützen ein Menschenwürdiges Leben zu leben und wieder in ihre Heimat zu gehen. Wir halten euch hierbei am laufenden.
 
Wir verabschieden uns mit weiteren Impressionen aus der Sahara! 
 
Dünentrainingslauf.  
 
Freundschaften kennen keine Grenzen 
 
 

Fotos Saharamarathon



RACE AROUND MALTA
8Stunden33Minuten56Sekunden
 
 
 
Liebe Freunde! Es war ein Erlebnis sondersgleichen. Ein Lebenstraum den ich nun sehr spontan antreten konnte. Nach dem Sieg in Kanada bekam ich die Möglichkeit beim RaceAroundMalta zu starten. Kein offizieller Bewerb sondern eine Challenge. Gemeinsam mit 15 weiteren internationalen Teilnehmern, wo man sich nicht anmelden kann, sondern eingeladen wird, ging die Reise rund um die Insel Malta. Ich nutzte es teilweise auch als Training. 
 
INFO INSEL MALTA: 246 Quadratkilometer, Durchmesser 28km, Breite 13km. Einwohner: 433.300 
 
Start & Ziel war der Norden Malta`s. Einquartiert wurden wir im Paradise Bay Hotel Resort wo auch der Start sowie das Ziel des Spektakels über die Bühne ging. 
 
Start war am Dienstag, 13.8.2019 um 9:30. Alle Teilnehmer erhielten eine Karte von Malta mit sogenannten Stations die man anlaufen musste. Sie waren so gelegt das man die komplette Insel umlaufen musste. Ob man dabei auf der linken Seite der Insel oder auf der rechten Seite der Insel startet blieb jedem selber überlassen. Schrittweiße mussten die Stationen angelaufen werden.
 
44 Grad in der Sonne, Klippen, Schlangen und wenig Trinkwasser
 
Bereits beim Start wollte ich von der rechten Seite starten. Mein Plan war als ersters das unwegsame Gelände, die Klippen und die Höhenmeter abzuspulen. Am Schluss wäre die Hauptstadt Valletta und die vielen Tourismus Hotspot`s gewesen wo ich genügend zu trinken bekommen würde. Nur gerade am Anfang im unwegsamen Gelände auf den Klippen gibt es die ersten 25km nur sehr schwer die Möglichkeit Nachschub zu besorgen. 
 
Dieser Plan in der Realität ging jedoch von hinten los. Nachdem ich bereits nach 5km in einer Sackgasse stand und nicht weiterkam musste ich überlegen ob ich nun die Zeit dafür nutzte hier eine Lösung zu finden oder kurz die Insel Crosse und doch von der anderen Seite anfange um nicht zu viel Zeit liegen zu lassen. 

Dies tat ich auch. Ich wechselte die Seite der Insel die am Anfang lediglich 2km Durchmesser hatte und somit kein Problem zum jetzigen Wechsel für mich gab. In der Mitte der Insel wäre es nicht so ratsam gewesen was natürlich auch nicht aufgrund der Stationen gegangen wäre. 
 
Ausrüstung war sehr minimalistisch
 
Ich hatte meinen 5 Liter Osprey Laufrucksack bei mir. Mit dabei wichtige Backup`s wie Handy, Stirnlampe, 2,5 Liter Isoton, Rettungsdecke, Geld+ Führerschein, Ersatz Batterien, Trailrunning Stöcke und Gels samt Riegeln. 
 
 
Die Ideal Route laut Veranstalter wären 74km gewesen. Ich lief ein wenig mehr. Ich hatte auf meinen Laufrucksack ebenso die Österreich Fahne hängen. Nicht zwangsläufig wegen meinem Patriotismus sondern eher mehr um besser von den Autofahrern gesehen zu werden. Auf den Straßen herrschte Anarchie. 2x musste ich zur Seite springen damit mich kein Auto zusammengeführt hätte.
 
Die anderen Teilnehmer sah ich kaum, ich war bereits vorne im Feld. Ich wusste auch nicht welche Route diese nahmen. Verboten war u.a. GPS Tracking. Man durfte bei der Uhr die BackToBack Funktion nehmen, jedoch musste die Stationen angelaufen werden. 
 
Mit voller Ausrüstung ins Meer gesprungen. Die Hitze machte auch mir in der Stadt zu schaffen
 
Meine massochistische Veranlagung ist hoch, wenn jedoch Hitze, Stadt und starker Autoverkehr hinzukommen dann sind Grenzen erreicht wo auch ich mich einfach abkühlen muss. Süßwasser war mir zu schade um diese mir über den Kopf zu leeren, da auch in Malta seit jeher Wassermangel herrscht. Ich hatte auch den Respekt das Wasser nur zum Trinken zu nehmen. So kam es wie es kam und ich hüpfte im Getümmel von Touristen ins Meer, samt Schuhe und Gewandt. 
 

TAT DAS GUT! Einmal kurz untergetaucht und es war einfach nur ein Traum. Die Touristen kamen gleich und machten Fotos ein paar gemeiname Selfies und weiter ging es. Ich konnte hier nun auch nicht allzuviel Zeit verschwenden. Auf die Frage hinaus ob es mir nicht`s ausmachte das, das Salzwasser in meinen Schuhen, Socken oder Gewandt war?

Ja, Nein. Ab einen gewissen Punkt ist einem das eigentlich dann auch Wurscht. Ich nehme lieber paar Aufreibungen in Kauf als die Drückende Hitze und den Abgasverkehr die ganze Zeit zu spüren. Ein wohlgesonnene Milderung quasi! 
 
Auf den Straßenschildern zeigte das Thermometer 44 Grad an. Ich war teilweise so verschwitzt das ich auf die Bilder verzichtete. Ich wollte nur mehr raus aus dieser Stadt, auch wenn es wirklich schön war. Für mich war die Stadt einfach nur die reinste Folter und es wurde noch schlimmer .....
 
.... nachdem ich die Promenade mit ihren riesigen Yachten langsam von mir weg lies kamen sehr steile Anstiege auf die Hügel Vallettas auf mich zu wo ein paar Villen protzten. Nach 1km rauflaufen mit sicher 20% Steigung war oben eine Sackgasse. Kein Weiterkommen. Nada, nix. Ich War so depremierend weil mir dies 2x passierte und es unnötige Energien und Durst kostete. Auch der Versuch durch eine Wiesenbaustelle zu laufen klappte nicht, da ein großer Zaun es mir nicht ermöglichte zu Straße zu kommen. So musste ich 3km wieder retour laufen und die nächste Gasse nach oben laufen. Dies wiederspiegelt sich in dieser Challenge beinahe durch. Man kommt sehr schwer weiter und wenn man weiter kommt kann es sein das unerwartet Sperren sind und du alles wieder retour musst. 
 
Auf der Autobahn gelaufen. Polizei: "20€ und du darfst weiterlaufen" 
 
Es folgte die Richtung zum Hafen. Sehr Industriell. Wenig Touristen dafür viele Arbeiter, viel Autos. Ich sah wie auf der rechten Seite von mir eine dreispurige Straße sich immer mehr in meine Richtung bahnte. Auf der Anderen Seite der Hafen bis ich zu dem Punkt kam wo nur noch die Straße vor mir lag und links steil das Meer. 
 
Beschilderungen in Malta kann man primär vergessen. Es gibt kaum welche und wenns welche Gibt dann steht auch nur irgendeine Stadt angeschrieben ohne KM. Laut Plan eine normale Straße: Ich wiederhole Dreispurig. Das positive es war ein fetter Stau. Alle wollten zum Flughafen. Auf der rechten Seite war eine Art "Pannenstreifen" mit einem Rad aufgezeichnet. Für mich als logische Erklärung das Radfahrer da fahren dürfen warum also nicht auch Läufer. 
 
Tjaaaa... nach ca 10 Minuten in der Pampa auf der Straße machte sich die Polizei hinter mir bemerkbar. Sie redeten mich an, was ich genau vor habe und ich hab es ihnen erklärt. "20€ dann darfst weiterlaufen" ---> wohlgemerkt auf einer Autobahn! Rechnung gab es keine, Schmiergeld anscheinend. Sie ließen mich weiterziehen. Ich versuchte jedoch bei der nächsten Ausfahrt aus diesem Höllenloch wieder rauszukommen und weit weg von den Autos zu sein. 
 
Bei KM 42 dann endlich wieder in Hafennähe und konnte somit die Autobahn weit weg von mir lassen. Ich verlor durch diese Aktion mindesten 20 Minuten und konnte aber nun wieder auf der geraden, schönen etwas Ruhigeren Straße Kilometer Gutmachen. 
 
Es begann nun wieder das wilde Terrain, die Stadt und somit das schlimmste hatte ich nun Hinter mir. Es kam nun aber wieder der Gedanke das es nun für mich mit der Getränkeration schwerer werden würde. Ich war nun auf Hotels und Touristen angewiesen. Ich musste teilweise alle 8km 1l Wasser bzw. Isoton trinken. Ab und an nahm ich mir ein Gel weil ich zu wenig Gegessen habe bzw. die Hitze mir nicht wirklich so einen Hunger bescherte. Dies spürte ich dann auch durch die Fehlende Energie ab und an während der Anstiege. 
 
 
 
Die letzte gerade Straße bevor es in die Wildnis Offroad hinaus ging. Malta ist eine wilde Insel mit vielen steilen Bergab und Anstiege. Ab und an rennt die eine Schlange über den Weg. Obwohl Malta lediglich einen Durchmesser von 27km Luftlinie beträgt sind dazwischen steile Hügel, Felsige Klippen und Felsen die es zu überwinden gilt. Gerade Straßen wie diese sind lediglich ein kleiner Jackpot um KM gut zu machen. Meistens benötigte ich teilweise für einen Kilometer 7-8 Minuten.
 
Angst vor der Dunkelheit
 
Neben der Trinkration die sich langsam zur Neige machte, sah ich auch immer wieder auf die Uhr. Es war 16:00 und ich hatte schon langsam ein wenig Sorge wenn ich mich öfters verlaufen würde das die Nacht mich einholen würde. Ich hatte zwar eine Stirnlampe wollte diese aber nur in Notfall benutzen. Da ich mir schon allein Tagsüber schwer tat die beste Route zu finden, befürchtete ich Nachts vollkommen die Orientierung als auch die Gefahr der Klippen zu sehr zu unterschätzen.
 
Ich versuchte positiv meine Gedanken zu richten. Ich nahm meine Uhr, da ich bereits schon in Richtung Ziel wieder war, um mir die Rücklauf Funktion anzusehen. 15km - Ideallinie. Dies motivierte! auch wenn ich wusste das diese 15km mit einigen Umwegen und steilen Anstiegen noch gespickt waren. Doch ich brauchte für mein Hirn wieder was positives um den Kämpferwillen wieder zu starten. Es gelang. Es ging wieder vorwärts. 
 
Die Klippen, nun folgte 100% Trailrunning
 
 
 
Es war schon was besonderes sich selber seinen Weg durch zu bahnen. Es gab jedoch auch Pflanzen die mal ordentlich kratzer auf den Wadln hinterließen und man musste aufpassen nicht bei den Steinen auszurutschen bzw. gar zu fallen. Mein nächstes Ziel war die Golden Bay. Dort stand ein Luxusressort die meine letzte Rettung auf Trinkwasser nachfüllen waren. Nachdem ich 2-3km mir einen Umweg durch Privatgrundstücke machen musste sah ich von Weiten das Luxusressort. 
 
ZIVILISATION YEAHHHH 

Ein kleiner Stand am Strand wo die Touristen gerade in Badehosen ihr Eis schlürften. Ich bestellte mir gleich mal 4 Flaschen Wasser, ein Cola. Die zwei Mineralwasser waren sofort ausgetrunken, das Cola ebenfalls, die anderen zwei wurden in meine Flaschen umgelehrt. Eine Touristin sprach mich an ob ich mit dem Rad unterwegs sei. Ich antwortete: "Nein ich laufe um Malta, 60km hab ich schon hinter mich gebracht" - Ganz fasziniert redete sie mit mir während ich nur schaute das ich was zu trinken hatte. Sie applaudierte noch und ich verabschiedete mich bei den Touristen die nun weiter ihren Urlaub dort genießen konnten. Ich fragte noch kurz wie ich am besten zum Paradise Bay komme. 
 
PLAN A - SICHER : Straße mit 5km Umweg (Gschaide Idee)
PLAN B - UNSICHER: KLIPPE entlang (Blöde Idee)
 
Sie sagten Jedoch bei Plan B benötigst du sehr gute Schuhe am besten Hohe Wanderschuhe. Ich sah hinunter und sah meine Salamon RA. Okay, immerhin Trailschuhe. Ich dachte mir, Scheiß drauf ich will einfach nur noch ins Ziel. ich nahm meine Sache und rannte entlang des Sandstrands zu den Klippen.
 
Wäre ich doch lieber auf der Straße gelaufen
 
Man muss es sich bildlich vorstellen. Es gab einen Trail und eine 100hm hinauf. Der Trail führt direkt steil den Hang hinauf. Ich hatte zwar Gripp auf die Schuhe wusste aber wenn ich ausrutsche habe ich ein fettes Problem. Weil dann rutscht du, und wenn du rutscht ist die Klippe und diese geht ins Meer und unten prallen die Wellen des Meeres auf die Felsen. Das war eine sehr schlechte Idee von mir. Eine Fehlentscheidung wo ich jedoch nicht mehr Retour konnte. Ich blieb einmal kurz stehen und hielt mich mit meinen Händen an einen Grasbüschel fest und machte die Augen zu. Ich sah nach links und ich sah nach rechts. Es waren nur mehr wenige Meter bis die Spitze erreicht wurde und ich mehr Sicherheit hatte. Ich nahm meine rechte Hand und erwischte das andere Grasbüschel und versuchte mich so nach oben zu ziehen. Zum Glück hielt es das Grasbüschel meine 69kg aus. BITTE NICHT NACHMACHEN! 
 
Oben angekommen war ich nur froh und brauchte kurz eine Verschnaufpause. Never Ever. Meine Nerven lagen blank. 
 
 
Nun wurde das Gelände wieder ein wenig zahmer. Ich wurde mit solchen Eindrücken belohnt wie dieses Foto von oben. Ich hatte noch ein paar Kilometer vor mir wusste aber das, dass schlimmste ich bereits hinter mich gebracht habe. Die Stadt habe ich erledigt und die steilsten Klippen wurden besiegt. Nun ging es nur noch über Stock und Stein in den Norden hinauf. Bei einer kleinen Schneise sprang ich nochmals kurz in das Meer hinein um mich nochmals ein wenig abzukühlen.
 
 
Nachdem letzten, hoffentlich letzten, Abkühlung lief ich nun weiter und sah eine Straße wieder. Die Luftlinie betrug zwar nur mehr 4km doch diese wären über Privatgründe gegangen. Um mir keine Feinde zu machen lief ich die Straße entlang, auch wenn es für mich 2,5 extra Kilometer noch dazu gab. H
 
Ich musste auch nun kurz gehen, obwohl es nicht mehr weit war, war die Energie (Wassermangel & Minimalimus bei der Verpflegung) für meinen Körper eine eigene Challenge. 
 
Es ging nochmals kurz bergauf zur Roten Burg die wie ein Koloss die Insel im Norden beschützte. 
 
Ich sah die Paradise Bay und mobilisierte nun meine Kräfte um die letzten Meter ins Ziel mich zu bringen. 
 
8 Stunden 33 Minuten 56 Sekunden es war gschafft
 
Im Ziel angekommen wurde ich herzlich empfangen. Es gab was zu trinken und eine Medaille überreicht. Rechts von mir war der Strand mit dem Meer und dem Hafen. Ein traumhaftschönes Bild und die Sonne ging langsam unter. Ich hatte es auch noch vor der Dunkelheit geschafft. Der zweite kam knapp 40 Minuten später an, die letzten 4 mussten die Nacht ebenso durchlaufen. Ein Engländer verlief sich so viel, dass er 110km am Tacho stehen hatte, bei mir waren es 85km. Die Idealroute: 74km!!!!!
 
Am Ende gilt zu sagen es war ein abenteuerliches Rennen welches keinen direkten Wettkampfcharakter trägt. Es war und ist eine Challenge. Am Ende wurden alle Finisher mit einem Schiffspokal und mit einer Fahrt mit der Yacht des Veranstalters belohnt. 
 
Ob ich es wieder machen würde: Ganz klar ..... NEIN! Einmal reicht! Auch wenn Malta sehr schöne Seiten und sehr leiwonde Trails hat. Die karge Landschaft ist schon meins jedoch auf der anderen Seite einfach viel zu viel Verkehr und viel Verbaut was es einfach ein wenig schwieriger macht. 
 
Jetzt ist der Blickpunkt nach dem Spontanabenteuer auf die Sahara im Februar gelegt. In diesem Sinne! 
 
Vielen Dank! Und ich verabschiede mich mit einem Endfoto aus Malta
 
Euer Rainer :-) 
 
 
 
 

 
 

Windrad- Marathon Weltrekord

Am 19.5.2019 ist es soweit. Der erste Marathon auf einem Windrad findet in Österreich statt. Rainer wagt etwas Außergewöhnliches. Dank der Unterstützung von IG Windkraft konnte dieses Abenteuer realisiert werden. Am Sonntag, 19.5.2019 ab 10:00 ist es live auf den Sozialen Medien unter Rainer Predl zum Mitverfolgen.

 

Natürlich ist jeder herzlich am 19.5.2019 vor Ort eingeladen. Neben guten Essen, einen Showprogramm kann auch vor Ort das Spektakel live mitverfolgt werden.